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    Lieferumfang/Handbuch/Installation

    Nach dem Öffnen der gelben Pappschachtel zeigt sich eine CD und vier in Plastik eingeschweisste, englischsprachige Bücher. Zwei davon beschreiben allerdings das ebenfalls beiliegende WebDesign-Tool "Visual Page". Von den restlichen beiden stellt eines eine kleine Schnelleinführung dar, das andere das eigentliche Benutzerhandbuch (auch für die Zusätze wie die Datenbank "pcAnywhere") .

    Neben dem eigentlichem Entwicklungssystem und dem bereits erwähnten "Visual Page" werden noch eine Menge nützlicher Anwendungen mitgeliefert, so die Datenbank "dbAnywhere" von Sybase, der Netscape Communicator nebst Java 1.1 Patch, sowie der Netscape Fast Track Server und eine Reihe kleinerer Tools.

    Erwähnenswert sind noch die Zusatzprodukte von Object Design Inc. und zwar "ObjectStore PSE" für Java 1.1 und "ObjectSpace JGL", zwei Tools zum Speichern und Verwalten von Objekten, Sourcen, Datenstrukturen bzw. Algorithmen.

    Die Installation von Visual CafÈ 2.0 gestaltet sich standardmässig. Der Platzbedarf beläuft sich bei gewählter Vollinstallation auf 156 MB. Ein Eintrag in die "Autoexec.bat" ist zum Betrieb des IDEs nicht erforderlich, wird aber angeraten, sofern die Tools auch ausserhalb der Entwicklungsumgebung genutzt werden sollen. Benutzer von älteren (Visual-)CafÈ's sollten Visual CafÈ 2.0 übrigens nicht einfach über die alte Version installieren, sondern entweder in ein anderes Verzeichnis legen oder aber die alte Version vorher löschen - nicht gerade das Optimum.

    Zum automatischen Update über das Internet baut Symantec seit geraumer Zeit in alle ihre Produkte das sog. "LiveUpdate" ein. Damit löst es die in alten CafÈ-Versionen befindlichen unkomfortablen Commandline-Tools ab - durchaus eine Komfortsteigerung.


    Bedienung/Editor/Projektmanagement

    Nach dem Start erscheint das Toolleisten-Menü und ein Projektmanager-Fenster. Die Leisten lassen sich nach eigenem Gutdünken verschieben und einrichten. Die automatische Anpassung des Menülayouts ist nicht immer optimal, z.B. füllt Visual CafÈ bei etwas ungenauer Plazierung einer Funktionsleiste auf der linken Seite mit Leerraum auf und schiebt eine rechts befindliche Leiste etwas aus dem sichtbaren Bereich, so dass Buttons verschwinden. Ein unschöner Effekt, mehr aber auch nicht.

    Das Projektfenster unterteilt sich in die drei Ansichten "Objects", "Packages" und "Files" und regelt den Zugriff auf Java-Sourcen und Importdateien. Auch Dokumentationsdateien (sofern als ASCII-Text vorhanden) können integriert werden, andere Ressource-Dateien wie Bilder oder Sounds werden indirekt über den "Property-Browser" der jeweils markierten Klasse angezeigt; ein Gesamtüberblick fehlt aber. HTML-Sourcen bei Applets werden hingegen direkt angezeigt und können auch mal eben im Editor geändert werden. Für allgemeine Dateiauskünfte sorgt der Filebrowser. Ursprungspfad, Typ, Modifizierungsdatum sowie den Status (ob etwa ein "Rebuild" ansteht) - alles wird angezeigt.

    Projekte können zur besseren Übersicht gruppiert werden. Wie gewöhnliche Verzeichnisse können die Gruppen dann im Projektfenster aus- und eingeklappt werden. Zu Beginn eines neuen Projektes wird mittels "Templates" der Projekttyp bestimmt. Das ganze erinnert an Formatvorlagen für Textverarbeitungen. Visual CafÈ bietet hier eine gute Auswahl: Von reinen Java-Basistypen wie Applets/Applikationen bis native Windows-Applikationen ist alles vorhanden.


    GUI-Builder/Komponenten/JavaBeans

    Der GUI-Designer bei Visual CafÈ besteht wie schon beim alten CafÈ aus einer Form und einer Komponentenlibrary. Spass macht hier zunächst das Rumspielen mit den enthaltenen Multimedia-Klassen. Schön ist ferner, dass trotz vieler Erweiterungen sehr allgemein gehaltene Komponenten verwendet wurden, die das Standard-API durchdacht erweitern und zudem noch in sinnvolle Kategorien unterteilt sind. Das Plazieren und Anpassen der Komponenten ist soweit nutzbar, gar nicht lustig hingegen ist die Art und Weise wie Code erzeugt wird. Diesen addiert Visual Cafe lediglich hinzu - eine Prüfung findet nicht statt. So entstehen ganz schnell mehrfach gleiche Code-Reste. Auch beim Löschen von Komponenten bleiben derartige Fragmente übrig, seien es "Imports" oder sinnlose "Events". Natürlich beschwert sich auch prompt der Rebuilder. Dadurch geht ein grosser Teil des Nutzens des Designers verloren. Das ist insofern schade, da der "Interaction Wizard", mit dem die Kommunikation zwischen den Kompononten realisiert wird, sehr scnelles Arbeiten ermöglicht.

    Zum Ausprobieren enthält Visual Café 2.0 übrigens schon eine Beta der Swing-Library (Internet Foundation Class, IFC).


    Compiler/Debugger

    Im Visual CafÈ arbeitet unter anderem der schon von Netscape Browsern bekannte Symantec JIT, sowie das obligatorische JDK (V. 1.1.3). Neu hinzugekommen ist ein sogenannter Flashcompiler, der nativen Code für Win32-Applikationen generiert, bisher bekannt vom ëSupercedeí von Asymetrix. Neben "Executables" können mit damit auch DLLs erzeugt werden, die somit auch als Templates zur Verfügung stehen. Eine weiteres Feature ist die optionale Erzeugung von P5-/P6-Pentium-Code. JNI-Beispiele runden das native Gesamtbild ab. Vor einem Compilerdurchlauf wird das Projekt automatisch gespeichert. Der Compiler arbeitet hier nach dem sogenannten "Incremental"-Prinzip, d.h. der Quellcode kann während des Debuggens geändert werden - mit sofortiger Auswirkung auf das laufende Programm.

    Im Debug-Modus erscheinen -zwar nicht im Projektfenster aber immerhin geordnet- die zugehörigen Thread- und Variablenfenster.Das Handling der Breakpoints ist gut. Die Möglichkeit, Variablenwerte während des Debuggens im Quellcode abzufragen, ist deswegen interessant, weil einfach mit dem Mauszeiger über die Source gefahren werden kann und - sofern gefüllt - die entspechenden Inhalte erscheinen. Leider funktioniert dies nicht immer wie es soll. Nett wäre zudem, wenn der Debugger automatisch das Compilieren mit Debug-Header nachstellen würde, wenn er schon explizit aufgerufen wird. Statt dessen muss dies vorher manuell umgestellt werden.


    Fazit

    Gerade bei einem der Urväter von Java-Entwicklungstools tritt eine gewisse Erwartungshaltung ein. Diese wird nur zum Teil erfüllt. Einerseits erfreut das zügige Compiler-/Debug-System sowie die mächtigen Funktionen. Beim GUI-Designer hingegen hat Symantec nur wenig zugelegt. Schon beim alten CafÈ war der Designer mehr spielerische Beigabe als Arbeitsinstrument . Bei Visual CafÈ könnte dem Designer nun das gleiche blühen, trotz eines annehmbaren Interactions Wizards und Detailerweiterungen. Beim Projekt-Management ergibt sich ein ähnlich unaufgeräumtes Bild. Vieles ist möglich, irgendwie fehlt aber ein geschlossenes Konzept und somit eine gewisse intelligente Unterstützung der Software.





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